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"Alles gut!"
Von Wiglaf Droste

I.
"Alles gut!", "Alles gut!",
warum ist jetzt "Alles gut?"

Immer, immer "Alles gut!",
bis das Hirn im Hintern ruht,

sagen alle: "Alles gut!"
Nicht nur manches, "Alles gut!"

Manches aber ist "empörend!"
oder "schlimm!", das wirkt sehr störend.

Dann ist nicht mehr "Alles gut!"
Und schnell packt sie zu, die Wut.

II.
Gibt es irgendeinen Zwist,
ist es gut, wenn "Alles gut!" ist.

"Alles gut!" ist nämlich Pflicht.
Ohne "Alles gut!" geht's nicht.

Und so sprach selbst Hamsuns Knut:
"Adolf Hitler? - Alles gut!"

Alle, sogar Karlmays "Schut"
sagen ständig: "Alles gut!"

Und sie lehren ihre Brut,
zu erklären: "Alles gut!"

Ist so schön herbeigezogen,
ist nicht wahr und nicht gelogen,

ist ideal als Passe-par-tut:
"Alles gut!", ja: "Alles gut!"

III.
Sagt dir jemand: "Alles gut!"
Mensch, sei besser auf der Hut.

Und dem "Alles gut!"-Getute
wünsche freundlich "Alles Gute!"

Wer, als wär' er ferngesteuert,
ständig "Alles gut!" beteuert,

muss ins Purgartorium,
kommt im "Alles Gut!"en um.

IV.
Yepp!, Er schmort im Fegefeuer
und muss schlucken: "Phrasenstreuer!"

Muss auch schucken: Phrasensteuer!
"Alles gut!"? - Das wird gut teuer.

Die Rhetorik-Müllabfuhr
kutscht das "Alles Gut!" retour.

"Alles Gut!" ist Sprachen-Leergut.
Ab dafür und: Danke, sehr gut!

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